`ZOONpoliticon´,`Judith und Salome´ und `der Talisman´(seit 2019) Gemaltes Kaddisch (seit 2017) Der Winterkönig im Schlamm der Kunst (2017) Die heilige Ursula (2012-2013) Salon Arendt (2013) Die Acephalen (ohne Haupt/die Kopflosen) (2013-2016) Wer Friedrich hat, hat die Kunst (2010)  Pina Bausch (2009-2011) 6 x Selbst (1999-2012) Das Herz springt in der Brust (2002-2004) Das Deutsche Haus (2001-2005) Für meinen Vater (1998 - 2001) Portrait Zeichnung Performance Glas Fayence Biografie Literatur Presse Kontakt Kunst am Bau Impressum

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aus: http://mfaboutart.blogspot.de /

About Marion Anna Simon, Adrienne Elisha, Björn Schülke

"Salon Arendt" ist der Titel eines interdisziplinären Ausstellungsprojektes, das inhaltlich, im Hinblick auf die teilnehmenden Künstler, die Präsentation der künstlerischen Arbeiten und die Ausstellungsorte als Work in Progress entfaltet werden soll. Wie Marion Anna Simon in ihrem Konzept zu der Ausstellung schreibt, beinhaltet es die Interaktion von Musik, Skulptur, Malerei ebenso, wie Performance, Film und Vorträge. Vor etwa zwei Jahren besuchten die amerikanische Komponistin und Musikerin Adrienne Elisha (Rhinebeck/Upstate New York),die Malerin Marion Anna Simon (Köln) und der Medienkünstler Björn Schülke(Köln) das auf demFriedhof des Bard College in Annandale-on-Hudson (New York) gelegene Grab von Hannah Arendt. Ergriffen und mit großem Respekt denken sieseither darüber nach,wie sie ein gemeinsames künstlerisches Projekt entwickeln können, in dembehutsam einige Punkte ihres denkerischen Werkes und ihrer Lebensgeschichte berührt und mit künstlerischen Mitteln auf ihre Aktualität hin befragt werden.


Die erste Station des "Salon Arendt" mit dem Untertitel "Verstrickung und Überwachung" fand in Köln statt (Ausstellungshalle The New Yorker, DOCK.ONE,Hafenstr.1/Auenweg, Köln-Deutz, 25.7.-15.8.2013).Neben Adrienne Elisha, Marion Anna Simon und Björn Schülke nahmen an dieser Ausstellung auch die Niederländer Ada van Dijkund Ronald Glasbergen (Rotterdam) teil. 


Ada van Dijks Beitrag zum "Salon Arendt" war konzeptuell, als später auszuwertende Befragung derAusstellungs-besucher angelegt. Die Besucher konnten sichoben, auf derGalerie der Ausstellungshallehinsetzen und sich auf den Spuren der Lektüre van Dijks in Hannah Arendts Bücher hineinlesen, begleitet von einer Frage, die auf einer Schrifttafel steht: "And what is a salon? A salon is the historical location to practise handelnand experiment with ideas." Dabei interessiert sichvan Dijk vor allem für die Frage, was mit der Idee der Vita activa/des tätigen Lebens bei Hannah Arendt gemeint ist.


Das künstlerischePräsentationskonzept der Ausstellung sieht vor, jenseits der Vereinzelung eines Künstlers und seiner Arbeiten, in der Zusammenfügung und Durchdringung von Arbeiten verschiedener Künstler ein geistiges Energiefeld aufzubauen, das sich gegen Überwachung und Bevormundung wendet. Björn Schülkes kinetische Skulpturen, die auch als wissenschaftlich-technologisch wirkende Medienobjekte umschrieben werden können, bewegen sich sequenzweise und sind mit kleinen Monitoren ausgestattet, die ihr Umfeld aufzeichnen. Siesind geradezu auf dieseZusammenfügung angewiesen, sonst hätten sie nichts aufzuzeichnen als sich selbst oder den leeren Raum um sie herum.Ihre sichtbare Aufzeichnungsaktivitäthinterlässt das ambivalente Gefühl des Beoachtetwerdens, um dann in ihrem spielerischen Daherkommen in die Absurdität der Ausstellungssituation zu führen, die zum Beispiel in die Frage münden könnte, warum die Skulpturen des einen Künstlers die Arbeiten der anderen Künstler aufzeichnen. Dabei wird der Betrachter Zeuge eines sensiblen Wahrnehmungsvorganges, der in der Schwebelässt, was mit dem aufgezeichneten Material oder was überhaupt geschieht. SchülkesSkulptur "Space Observer", die auf dem Fughafen von San José (USA) steht, nimmt die absurde Beoachtungsthematik an einem Ort auf,der in verschiedenen Hinsichten einegesteigerte und globaleVerletzbarkeit aufweist.


Auf den großen Wänden der Ausstellungshalle hingen Malereien (Eitempera und Öl auf Leinwand) von Marion Anna Simon. Von der Decke hingen ihre schwarz-weißenStrickbilder nach Ausschnitten aus diesen Malereien. In einem separaten Kabinettwaren, umgeben von weiteren Malereien,ihre Glasobjekte und Porzellanarbeiten auf einem Tisch präsentiert, als handele es sich um eine intime Esstafel.Schließlich hingen Zeichnungen der Künstlerin entlang des oberen Ganges, der zu dem Kabinett führt.


Zur Eröffnung der Ausstellung trug Marion Anna Simon ein bodenlangespapiernes Kleidund einen hohen Hut. Beide Kleidungsstückesind aus kopierten Fragmenten von Abbildungen ihrer Bilder zusammengesetzt. Die Künstlerinwandelte zwischen den ausgestellten Arbeiten umher, wobei Schülkes Beobachtungsobjekte (Observer)ihre Bewegungen aufnahmen und auf ihren Monitoren zeigten. Adrienne Elisha begleitete dieses Umherwandeln, indem sieauf ihrer Viola spielte. Besonders dann, wenn Simon vor einer künstlerischen Arbeit stehen blieb, um sie zu betrachten, entstand der Eindruck, als beschreibe Elisha mit ihrem Violaspielihre Wahrnehmung. 


In einem abgetrennten Bereich der Ausstellungshallewar außerdem der Film "Wie stricke ich ein Selbst" (2008)über die Produktion ihrer Strickbilder zu sehen. Simon beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Portraits und gesellschaftlichen Rollen. Dabei haben sichihre Selbstportraitsals Hauptthema herauskristallisiert.Simon schreibt: "In meinen Arbeiten geht es um die figurative und ikonografische Darstellung fragmentierter, auf den Kopf gestellter Autokratie. Die Brüchigkeit der Selbstherrlichkeit und die Tyrannei des Selbst werden durch ein performatives Spiel der Rollen dekompensiert. Hybris und Dekadenz treffen aufeinander, bei gleichzeitiger Demontierung." 


Die amerikanische Komponistin und Musikerin Adrienne Elisha, die u.a. bei Leonard Bernstein studiert hat, bereicherte das Ausstellungsprojekt durch ihr energievolles und einfühlsames Violaspiel. Neben der Performance mit Marion Anna Simon zur Eröffnung der Ausstellung gab sie am nachfolgenden Sonntag (28.7.2013) ein Konzert, beidem sie unter anderem Kompositionen über das Wehen des Windes am Ozean und das Hörbarwerden einer aus dem Schweigenkommenden inneren Stimme zu Gehör brachte.